Colorado Trail 2024 - Tag 2 - Der Buffalo Creek Waldbrand
Ein Tag zwischen verbranntem Wald und drückender Hitze, das Wasser rationiert — und am Ende ein Sonnenuntergang über den hohen Bergen.

Ein Tag mit angekündigter Hitze, vom Start am South Platte River Trailhead ging es durch ein Waldbrandgebiet bis nahe dem Little Scraggy Trailhead.
Streckendaten
- Strecke
- 19,2 km/11,9 mi
- Höhenmeter
- 749 m/2457 ft
- Höchster Punkt
- 2382 m/7815 ft
- Schwierigkeit
- leicht bis mittel
- Wetter
- sonnig und sehr heiß
Die erste Nacht war gut überstanden, noch etwas unruhig und ungewohnt. Um sechs Uhr ließ ich mich wecken, die Muskeln und Gelenke noch etwas ausgeleiert, aber ansonsten war ich ganz gut ausgeruht. Mit schnellem Start war’s erstmal nichts - wie am Vorabend kam mir auch meine noch suboptimale Pack- und Rucksackorganisation in den Weg, so dass ich bis zum Loswandern ganze zwei Stunden benötigte. Das Wetter war jedenfalls klar und sonnig, und ein weibliches Mule Deer kam vorbei für einen schönen und unerwarteten Guten-Morgen-Gruß.
Vor diesem Segment wurde im CT Guide Book etwas gewarnt - ein großer Abschnitt geht durch das Waldbrandgebiet des Buffalo Creek Fire von 1996. Nach dem Start am South Platte River würde es erst einmal rund 16 km kein Wasser mehr geben. Gut “Auftanken” war also angesagt. Auch Schatten sollte eher rar sein, so dass die Sonnenhitze einem hier schon ordentlich zusetzen kann. Dazu die aktuelle Hitzewelle - da war ich jetzt schon ein bisschen gespannt, wie ich den Tag überstehen würde.

Dann beim Loswandern war ich guter Dinge, bereit für die Herausforderung, meinen Wasservorräte gut gefüllt (dachte ich…). Es war noch recht angenehm in den ersten Morgenstunden, und nach dem Überqueren des South Platte River über die Gudy Gaskill Bridge begann der Aufstieg. Nicht lange, und der Trail erreichte das Waldbrandgebiet. Ein kurzer Abstecher zu einer ehemaligen Quarzmine, und weiter ging es in recht angenehmer Steigung, durch hügelige Abschnitte mit wunderschönen Granitfelsen. Und ein Vorteil des waldfreien Gebiets ist natürlich, dass man einen schönen Blick in die umliegenden Berge hat. Sehr beeindruckend auch die Vegetation, die sich hier nach und nach wieder ansiedelt. Auch viele Vögel und Schmetterlinge waren zu beobachten. Wann das wohl wieder ein ausgewachsener Wald sein wird?

Nach einiger Zeit kam wieder ein bewaldeter Abschnitt, und es war jetzt schon gut heiß geworden. Eine kurze Pause und ein kleiner Snack - dann weiter im Wald. Auch wenn es jetzt mehr Schatten gab, dafür war es hier praktisch windstill, und die Hitze drückte jetzt ordentlich. Ich war klatschnass geschwitzt, und das Wandern wurde zur Hitzeschlacht.
In der Nähe der Raleigh Road entschied ich mich kurz nach Mittag zu einer weiteren, diesmal längeren Pause. Ich entschied, die Mittagshitze auszusitzen, und so saß oder lag ich hier auf meiner Schaumstoffmatte für rund 2 1/2 Stunden. T-Shirt, Hut und Socken durften in der Sonne trocknen, die Batterien am Solar Panel aufladen. So ließ es sich einigermaßen aushalten - mit einem Nachteil: Auch in dieser Zeit hatte ich natürlich Durst. Die Wasservorräte nahmen stärker ab als geplant.

Zum Glück kam eine leichte Bewölkung auf in der Zeit, und die Sonne brannte nicht mehr so stark wie zuvor, als ich dann wieder aufbrach. Ein kleines Geschenk! Nun ging es bald wieder hinaus in das Waldbrandgebiet, die restliche Strecke in schönem auf und ab über die Granithügel. Ganz am Horizont war der Pikes Peak zu erkennen.
So war dieser Abschnitt sogar richtig schön, allerdings musste ich mit meinen restlichen 0,5 l Wasser jetzt ziemlich haushalten. So alle 500 m gönnte ich mir einen Schluck. Ich hätte vermutlich locker das fünffache trinken können! Irgendwo bei einer kurzen Pause auf einem Baumstamm rutschte mir meine National Geographic-Karte aus der Hosentasche. Sie würde mich zwei Tage später wieder finden - davon erzähle ich später!

Schließlich näherte ich mich der im Guide Book erwähnten Fire Station, an der man sich wohl als Wanderer am Wasserhahn bedienen durfte. Hiker Greg begegnete mir auf diese letzten Kilometern, und wir beide genossen das reichliche Wasser sehr! Zwei Bike Packer - Vater und Sohn - kamen auch noch vorbei, ich hoffe ihr Trip nach Durango ist gut gelaufen!

Dann ein Stück weiter auf dem Trail, über die Straße und zwischen den Bäumen zu einem schönen Platz für die Nacht. Heute eine kürzere Strecke, aber nach der Hitze war das die richtige Entscheidung. Ein großartiger Blick mit Sonnenuntergang auf die hohen Berge war eine wunderschöne Belohnung für diesen Tag. Einige Kolibris summten zwischen den Bäumen und rundeten diese stille, erfüllte Abendstimmung ab.
Tipps und Erfahrungen
Auch für das Segment 2 dürfte ein Wochentag sehr passend sein. Es waren ein paar wenige Mountain Biker unterwegs, die übrigens super nett und achtsam waren. Am Wochenende wird es vermutlich etwas belebter.
Für diesen Abschnitt ist ein früherer Start schon hilfreich, acht Uhr war wegen der Hitze etwas zu spät. Andererseits - eine ausgiebige Pause in der Mittagszeit im Schatten kann auch weiterhelfen - ohne Druck, dass man Kilometer schinden müsste.
Und hier sollte man wirklich ausreichend Wasser dabei haben. Ich hab’s gut überstanden, aber mindestens ein Liter mehr wäre schon sehr ok gewesen. Hängt allerdings auch mit der Startzeit zusammen. Wer also z.B. um sechs Uhr startet, hat bis Mittag vielleicht schon die Strecke bis zur Fire Station geschafft, und muss weniger tragen in der Zeit. Eines der Beispiele, wie scheinbare Kleinigkeiten schon Einfluss auf die Logistik und Tagesplanung haben können.
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